Sprachen lernen mit Augmented Reality

Verbessert Augmented Reality das Lernerlebnis?

Erhöht Augmented Reality den Lerneffekt? Ein Experiment mit einem Sprachlehrbuch für Kinder gibt ein überraschendes Resultat. 

Man sucht stetig nach neuen Formen die das Lernen spannender und effektiver machen. Das Ziel ist, die Motivation zu steigern, Spass am Lernen zu wecken und den Fortschritt zu verbessern. Gamification und Serious Games sind einige Methoden die über die konventionellen Lernmethoden herausragen. So auch hat die Augmented Reality (nachfolgend AR) ihren Einzug in den Bildungsbereich gefunden. 

Jennifer Vordisch, Absolventin des Bachelorstudiums Multimedia Production der HTW Chur, untersuchte in ihrer Diplomarbeit ob computergestütztes Fremdsprachenlernen einen positiven Einfluss auf das Lernerlebnis haben könnte. Sie kreierte ein augmentiertes Buch, das als Lehrmittelergänzung zum Englisch lernen konzipiert wurde.  

Mit Blippar wurde eine AR-Anwendung für Tablet programmiert, die so aussieht: 

Experiment mit Primarschülern

In einem Experiment mit einer Primarklasse wurden die Faktoren Aufmerksamkeit, Motivation und Spass beobachtet und gemessen. Das Experiment bestand aus zwei Teilen: Einer Lehrveranstaltung und einer Prüfung. Eine Gruppe lernte, zusätzlich zu den gehabten Lernmitteln, mit Pippins Labour auf Tablet, die andere Gruppe nicht.

Der Verlauf der Lehrveranstaltung wurde durch partizipative Beobachtung analysiert und bewertet. Die Prüfungsresultate wurden ausgewertet. Die qualitative und quantitative Messdaten wurden interpretiert und zusammengefasst.

Eindrücke aus der Beobachtung: Weniger Müdigkeit und Langeweile

Die mit AR lernenden Schüler zeigten weniger Anzeichen von Müdigkeit (Gähnen, den Kopf auf die Hände stützen, den Oberkörper auf dem Pult legen, usw.) und Langeweile. Das Tablet mit der Augmentierten Realität weckte in einigen Kindern den Drang, sich mitzuteilen, sie wollten bestimmten anderen Kindern zeigen, was sie sahen. Dadurch störten sie indirekt den Unterricht, und wurde die Konzentration der umgebenden Schüler beeinträchtigt. Nicht alle Kinder nahmen das Tablet zum Lernen, wenn sie die Wahl hatten. Auch wurde das Tablet häufig nach einem oder mehreren Durchgängen weggelegt und durch eine andere Lernmethode ersetzt.

Die Prüfungsergebnisse: Ohne Tablet lernt es sich besser

Die AR-Prüflinge erzielten bei den Prüfungen gleichwertige oder schlechtere Ergebnisse als die Kinder welche ohne AR lernten. Das heisst, der positive Effekt aus dem Unterricht mit AR wurde nicht auf die Prüfungsergebnisse übertragen. Der Grund dürfte an dem Konzentrationsmangel und dem Mitteilungsdrang liegen. Aufgrund der Prüfungen steht fest: Ohne Tablet lernt es sich besser.

Allgemeingültige Schlussfolgerungen können aus diesem Experiment nicht gezogen werden: Handelt es sich nur um einen ersten Effekt des Neuen, oder halten diese Effekte bei weiteren Unterrichtsstunden und einer weiteren Verbreitung von AR-Anwendungen an?

 

 

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